Hab ich eine Ess-Störung? Isst mein Kind noch normal?

Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin hat jüngst für Patienten und Angehörigen von Betroffenen eine recht gute Zusammenfassung über die unterschiedlicEss-Störungenhen Arten der Ess-Störung herausgegeben. Mit einem Klick auf das Foto rechts können Sie sich die Patienteninformation (PDF, 78 KB) downloaden.

Was ist typisch für eine Ess-Störung, woran erkenne ich sie? Welche Folgen haben diese Krankheiten und was kann man tun? Wichtig ist, etwas zu tun, denn unbehandelt verschwindet eine derartige Störung in der Regel nicht einfach. Nicht nur junge Menschen sind davon betroffen, wenngleich die Krankheit in jungen Jahren – oft in der Pubertät – beginnt. Und wenn ich „Menschen“ schreibe, dann mache ich das sehr bewusst, denn nicht nur Mädchen und Frauen sind betroffen, sondern auch Jungen und Männer. Manchmal ist eine Ess-Störung nur sehr schwer zu erkennen und insbesondere die Bulimie kann gut über Jahre und Jahrzehnte versteckt werden.

Also hinterfragen Sie ein für Sie als auffällig empfundenes Verhalten lieber explizit als gar nicht. Reaktionen im Sinne eines „Ich habe das im Griff.“ sind typische Reaktionen neben der vehementen Negierung, unter einer derartigen Störung zu leiden. Eine Behandlung ist wichtig, denn die Folgen einer Ess-Störung sind erheblich. Hierbei ist vollkommen unerheblich, ob es um die Reduzierung der Nahrungsaufnahme oder eine vermehrte Nahrungsaufnahme handelt. Jedoch sollte insbesondere bei der Magersucht frühzeitig gehandelt werden, denn diese kann im schlimmsten Fall tödlich enden. In der Patienteninformation wird eingegangen auf die klassischen drei Varianten:

  • Magersucht (Anorexie)
  • Ess-Brech-Sucht (Bulimie)
  • unkontrollierte Essanfälle (Binge-Eating)

Unberücksichtigt bleibt eine vierte Ess-Störung, die erst in jüngster Zeit vermehrt beobachtet wird: Das krankhafte Gesund-Essen (Orthorexia nervosa). Hierbei verbringen die Betroffenen mehrere Stunden täglich damit, zwanghaft gute und gesunde Nahrungsmittel für die tägliche Ernährung zu suchen. Permanent werden Nährwerte und Vitamingehalt berechnet. Es entsteht zum Teil auch eine Angst vor Lebensmitteln, die die Betroffenen für ungesund halten. Dadurch entwickelt sich die Ernährung immer einseitiger. Mangelernährung oder auch Unterernährung sind neben einer zunehmenden sozialen Isolation die Folge.